Maßnahmenumsetzung

Maßnahmenauswahl im Projekt

Maßnahmen können nur mit ortsspezifisch angepassten Lösungsansätzen erfolgreich umgesetzt werden. Deshalb geht der Maßnahmenumsetzung im Projekt ArKoNaVera stets eine ausführliche Defizitanalyse voraus. Nach der Umsetzung von Maßnahmen werden diese bezüglich ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses bewertet und dadurch eine maximale Maßnahmen-Effizienz hergestellt.

Oberstes Ziel der Maßnahmenumsetzung ist die Verbesserung der Habitatbedingungen für Großmuscheln, in erster Linie durch eine Reduktion der Feinsedimentfracht.

Schematische Darstellung eines Pufferstreifens in Grünland

Schematische Darstellung eines Pufferstreifens in Grünland. Quelle: Zweckverband Naturpark „Erzgebirge/ Vogtland" (Auftraggeber), (2008): Landwirtschaftsstudie - Ermittlung des Einflusses der landwirtschaftlichen Nutzung auf die Gewässerqualität vogtländischer Perlmuschelgewässer und daraus abzuleitende Maßnahmen: Endbericht, S. 46

Flächige Landnutzungsänderung

Dazu wird eine flächige Landnutzungsänderung auf besonders erosionsgefährdeten Flächen angestrebt. Zum Beispiel können Ackerflächen in Grünland umgewandelt werden. Dies soll vornehmlich über Flächenankäufe oder den Einsatz entsprechender Anreizmechanismen, wie z.B. die Integration der Flächen in Vertragsnaturschutzprogramme, erreicht werden. Hierfür ist besonders wichtig, die Umsetzungsmaßnahmen mit einer soliden Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten und mit den Anspruchsgruppen in stetigem, vertrauensvollem Kontakt zu stehen.

Sind derartige Nutzungsänderungen kurzfristig nicht realisierbar, wird versucht, den Eintrag abgeschwemmter Feinteile in die Gewässer über Pufferstreifen oder Sedimentfänge zu verringern.

Eine weitere Säule der habitatverbessernden Schritte sind Maßnahmen zur Gewässeroptimierung. Mit ihrer Hilfe sollen naturnahe Strukturen im Gewässer sowie ein naturnahes Abflussgeschehen wiederhergestellt werden. Beispielsweise kommen hier folgende Maßnahmen in Frage:

 

  • Sohlanhebungen bzw. Uferabflachungen für ein frühzeitiges Ausufern bei Hochwasser
  • Einbringung von Totholz und Störsteinen zur Erhöhung der Struktur- und Strömungsvielfalt
  • Etablierung einer naturnahen Ufervegetation
  • Renaturierung begradigter Gewässerstrecken
  • Wiederherstellung der Durchgängigkeit

Maßnahmen zur Gewässeroptimierung

Erlensaum und Hochstaudenflur entlang eines naturnahen Fließgewässers
Frisch angelegte Mäanderstrecke
Fischtreppe am Kollnbergmühlweiher