Flussmuscheldatenbank

Zur Analyse, Bewertung und Lösung der sehr komplexen Gefährdungsursachen der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und Malermuschel (Unio pictorum) wird eine Flussmuscheldatenbank entwickelt. Diese wird zunächst das dezentrale Expertenwissen zusammenfassen, validieren und mit Ergebnissen aus Monitoringprogrammen verknüpfen (z.B. EU-WRRL, FFH-RL).

Die Datenbank wird u.a. aus folgenden ineinandergreifenden Elementen aufgebaut:

  • historische und aktuelle Abundanzen der Flussmuschelpopulationen,
  • biotische und abiotische Daten,
  • Daten zum Gewässerumfeld (Einzugsgebiet),
  • bisheriges und entstehendes Expertenwissen,
  • Forschungsergebnisse.

Vorhandene Informationslücken werden mit gezielten Experimenten im Labor- und Mesokosmosmaßstab geschlossen. Dazu gehören beispielsweise Untersuchungen zur Temperaturtoleranz, Genetik und Nahrungspräferenz. Aus der statistischen Auswertung der biotischen und abiotischen Kriterien sowie den begleitenden experimentellen Untersuchungen werden Schwellenwerte für biotische und abiotische Kriterien zur Definition der ökologischen Nischen juveniler und adulter Flussmuscheln abgeleitet. Auf Grundlage dieser Schwellenwerte kann in einem zweiten Schritt, mit Hilfe eines Entscheidungshilfewerkzeugs, eine abgestufte Bewertung der Eignung zu prüfender potentieller Habitate erfolgen.

Mit Projektende wird den Anwendern die Flussmuscheldatenbank mit allen Basisinformationen über einen Link auf der Homepage zur Verfügung gestellt. In die Datenbank können so auch nach Projektende neue Erkenntnisse zu den Habitatansprüchen der Flussmuscheln einfließen, die dann mit den Schwellenwerten für das EHW gekoppelt sind.