Ausgangssituation

Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) und die Malermuschel (Unio pictorum) zählten noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu den häufigen Großmuschelarten in unseren Gewässern. Seit mehreren Jahrzehnten verzeichnen sie jedoch dramatische Einbrüche ihrer Populationsgrößen und sind deshalb unmittelbar vom Aussterben bedroht bzw. gelten als stark gefährdet. Die verbliebenen, rezenten Populationen sind aufgrund fehlender Reproduktion stark überaltert, in ihrem Vorkommen isoliert und daher häufig genetisch verarmt. Für die Flussperlmuschel gibt es in Deutschland, mit Ausnahme einer Population in der niedersächsischen Lutter, keine selbsterhaltenden Bestände mehr, die einen ausreichend hohen Jungmuschelanteil aufweisen.

Flussperlmuschel

Zu den wesentlichen Gefährdungsfaktoren für die Flussperlmuschel und Malermuschel zählen u.a.:

  • hohe Sedimenteinträge,
  • Substratqualität,
  • Qualität und Verfügbarkeit der Nahrung,
  • Wirtsfischsituation,
  • geringe Populationsgrößen,
  • Gewässerausbau,
  • Klimawandel.

Es wurden bereits umfangreiche Anstrengungen zur Gewässerrenaturierung, Abwasserbeseitigung, zur Optimierung der Landnutzung und der Teichbewirtschaftung in den betreffenden Projektgebieten unternommen. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind geeignete Altersstrukturen und Abundanzen der Wirtsfische in den aktuellen Muschelgewässern ebenfalls vorhanden. Trotzdem konnte der Rückgang der Flussperlmuschel und Malermuschel bisher nicht gestoppt werden.